Littering - Augen zu und trotzdem nicht weg

Zur Verunstaltung des öffentlichen Raums gehören nicht nur leere Bierdosen, Pizza-Kartons und Pomme-Chips-Verpachungen. Ebenso dazu gehört die ungebetene Beschallung mit Musikgeräten aller Art. Der Gemeinderat wird eingeladen, dem Motto 'Lebenswert.Liebenswert' mehr Nachachtung zu verschaffen.

 

Der Verunstaltung mit Abfällen jeglicher Art begegnen wir nicht nur in Unterführungen, im Stadtpark, auf Schularealen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern überall, auch dort, wo wir Menschen eigentlich Erholung suchen und erwarten. Die Vermüllung des öffentlichen Raumes (Übersetzung von 'Littering' in Wikipedia) beschränkt sich nicht nur auf leere Bierdosen, Pizza-Kartons, Zigaretten- und Chips-Verpackungen. Die Beschallung mit Radios gehört auch dazu, z. B. am Rheinufer oder auf Plastikungetümen, die für das Schwimmen im Fluss immer häufiger mitgeführt werden.

UNSER RHEINFELDEN verfolgt die Entwicklung aufmerksam und setzt sich beim Gemeinderat dafür ein, dass dem Motto  'Lebenswert.Liebenswert' konsequenter nachgelebt wird. Eine entsprechende E-Mail ging am 19. Juni an die Stadtkanzlei.

 

 

Von: Jürg Keller <jkeller@gmx.li>
Betreff: Littering am Rheinufer
Datum: 19. Juni 2017 um 18:07:59 MESZ
An: Erdin Roger <roger.erdin@rheinfelden.ch>

 

 

Sehr geehrter Herr Erdin

ich komme soeben vom Rheinufer (unterhalb Einwasserungsstelle für Kleinboote) zurück : Es sieht schweinisch aus. Einige Badende fragten mich aber nach einem Abfallkübel: Es wäre wirklich an der Zeit, wenn die amtierenden Gemeinderäte ihre Verdrängungsstrategie aufgäben: Das Littering-Problem existiert wirklich bereits und nimmt auch noch zu, Vogel-Strauss-Politik kann dabei nicht helfen.
Zusätzlich kommt ein Radioproblem: (Sonnen-)badende drehen rücksichtslos auf. Spricht man die Rücksichtslosen an, ist die stereotyp (deutsche) Antwort die, dass nirgends ein Radioverbot angebracht sei. Das stimmt und muss mit den 

Abfallkübeln ebenfalls nachgeholt werden. Im Baltikum wird das vorgemacht: Auf Zeltplätzen, Seeufern und in Städten (z.B. Riga) stehen Radiobverbote und es wird ihnen auch nachgelebt.

Ein weiteres Problem: Das linke Rheinufer wird  von Badensern heftig besucht. Ich leide nicht an Germanophobie, aber der Grund für diese Südbewegung sollte ein Grund für einen Vorstoss in D-Rheinfelden sein: Das deutsche Ufer ist vergleichsweise unattraktiv für dem Aufenthalt am Ufer. Dies könnte auch der Grund sein für die erstaunliche badensische Beteiligung am Rheinsteg: Es ist sicher billiger, den badensischen Rheinliebhabern einen Steg nach Süden zu bauen, als das deutsche Ufer  aufzuwerten. Diese Rechnung darf aber nicht aufgehen: Die ständigen Kontakte über die Grenze müssen auch heikle Probleme lösen.

Summa summarum: Der Geneinderat muss sich nach der Euphorie wegen des Wakkerpreises endlich damit abfinden, dass Rheinfelden noch Wald und ein langes Rheinufer hat, und dass an diesem Ufer bedenkliche Zustände herrschen. Wie beim Wohn- und Pflegezentrum im Salmenpark nützen dabei Beschwichtigungen wenig; Der Handlungsbedarf ist in einem hochakuten Zustand! UNSER RHEINFELDEN wird dabei nicht locker lassen!

Vielen Dank für Ihr Verständnis - und auch dafür, dass Sie dem Gemeinderat die Ufer-Problematik wieder einmal nahelegen.

Mit freundlichem Gruss

Jürg Keller