Aussichten trüb - Hoffnung bleibt

Immer mehr Zeitgenossen finden unsere Konsumgesellschaft und die Gefährdung der eigenen Umwelt als Absurdität: Massentourismus, Kreuzfahrten für alle, Massentierhaltung, Raserei auf den Strassen und dem Wasser, jedes Jahr ein neues Handy, grenzenlose Freiheit jederzeit und überall. Und das alles immer billiger. Ein Versuch, trotzdem nicht zu verzweifeln, frei gegliedert nach Immanuel Kant.

 

Was können wir wissen?

Die Zahl der Erdenbewohner nimmt nach wie vor stark zu. Milliarden träumen, unseren Livestyle auch einmal geniessen zu können. Aber die Ressourcen der Erde reichen dafür nicht aus. Es ist undenkbar und auch nicht gerecht, den Hoffenden ihre Träume irgendwie auszutreiben, und wir machen einfach weiter wie bisher. Bleibt die Alternative, mit dem, was vorhanden ist zurecht zu kommen, also umzuverteilen. Das können wir wissen – wenn wir das überhaupt wissen wollen. Für Verantwortungsbewusste und Neugierige gibt es zahllose Quellen, wo sie sich informieren können.

 

Was sollen wir tun?

An erster Stelle: Die Realität anerkennen, sie nicht verdrängen oder vernebeln lassen. Alles muss im Kopf beginnen. Gerade das macht es schwer, denn das heisst Veränderung und auch Verzicht. Darum herum werden wir nicht kommen, auch nicht, wenn wir Umdenken  als Zumutung empfinden. Den Status quo unserer Verschwendungsgesellschaft zu stabilisieren wird nicht ausreichen. Nörgelei und Besserwisserei nützen nichts. Warum wird nichts getan? Jeder Mensch kann entscheiden, ob er sich als Teil seiner Umwelt und des sozialen Umfeldes fühlt oder nicht. Es ist also eine persönliche Entscheidung. Die Zeiten sind vorbei, in denen eine Partei oder eine Organisation dem Individuum die Entscheidung für oder gegen Gerechtigkeit abnahmen. Immer häufiger werden gesellschaftliche Debatten in ‘parteiübergreifenden’ ad-hoc Koalitionen geführt. So finden sich plötzlich «Rechte» und «Linke» im gleichen Boot. Diese Situation ist natürlich für alle festgefahrenen Insassen eines politischen Lagers sehr schwierig. Es geht über ihr Verständnis hinaus, dass der partei-ideologische Kontrahent vielleicht in gewissen Fragen «richtiger» liegt als die eigenen Freunde, von denen man in der Vergangenheit doch so profitiert hat. Man müsste ja aus dem Schützengraben herauskommen, in dem man sich jahrelang eingegraben hat und sicher fühlte.

Aber was bleibt zu tun? Wollen wir uns engagieren oder lieber  den bequemeren Weg als schweigender Zuschauer gehen?

 

Was dürfen wir hoffen?

Voltaire lebte in einer bewegten Zeit und er lehnte sich bis zum 84. Lebensjahr unbeugsam und ungebrochen gegen die Ungerechtigkeiten auf. Wer hat heute den Mut und die Ausdauer den «Mainstream» zu hinterfragen und wenn nötig gegen den Strom zu schwimmen?

Veränderungen beginnen im Kopf des Einzelnen. Sie können unbequem sein, bieten aber die Chance, Verantwortung für die eigenen Entscheidungen und Taten zu übernehmen. Noch nie standen uns so vielfältige frei verfügbare Mittel zur Verfügung, um eigenständiges Denken zu verwirklichen. Die modernen Kommunikationsmittel unterstützen uns dabei. Tun wir etwas, dazu sind wir verpflichtet!

 

Paul Bachmann, Rheinfelden/Baden

 

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