Pfaffenquartier in Feststimmug

Mit dem Kopfsteingassenfest ging vor vier Wochen ein Anlass über die Bühne, der von Einwohnerinnen und Einwohnern eines Altstadtquartiers auf die Beine gestellt wurde. Das gelang den Initianten, denn im Gegensatz zu 'offiziellen' von der Stadt organisierten Grossanlässen war es im Pfaffenviertel viel familiärer.

Der Einsatz hat sich gelohnt. Das Fest bot eine reiche Palette mit Ausstellungen, Theatersport, Musik und nicht zuletzt Messer und Gabel samt Tranksame. Quartierbewohner gewährten Einblick in ihre Gärten, und wer da eintrat, staunte nicht schlecht, an was sie oder er bisher (fast) täglich ahnungslos vorbeigegangen ist. Die Ausstellungen zeugten davon, dass in unserer Stadt ein reiches künstlerisches Leben blüht.

Dass die Usestuehlete und das Kopfsteingassenfest am gleichen Wochenende stattfanden, war wohl kein Zufall, vielmehr ein guter Entscheid.

Das Fest hob sich zudem positiv ab von den grösseren 'offiziellen' Anlässen mit Stadtbeschallung in zwei aufeinanderfolgenden Nächten. Das Beste: Das Fest wurde von den Bewohnern organisiert, durchgeführt und getragen. Das ist eine bemerkenswerte Leistung von der Basis, nicht fremdbestimmt oder vor allem kommerziell motiviert.

Und auch keine Spur von der immer wieder beklagten 'sterbenden Altstadt': Das Wehklagen kommt meistens von Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die in Aussenquartieren residieren. Diese sind schon längst oder noch immer gestorben. Die Altstadt aber lebt, nicht nur während dem Kopfsteingassenfest.

Ich hoffe, dass das auch vom designierten City-Manager zur Kenntnis genommen wird. Ihm sei empfohlen, Mitwirken und Mitentscheiden ernst zu nehmen und in die Praxis umzusetzen. Das heisst auch: Zuhören und nicht über die Köpfe hinweg anordnen.

 

Beat Schärer

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