Entflechten - mehr Sicherheit für alle

 

Wer kennt sie nicht - die schönen Wander- und Velowege? Schliesslich verlaufen sie ja mancherorts zusammen auf dem gleichen Waldsträsschen oder Fussweg. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden, solange sich die Nutzer dort respekt- und rücksichtsvoll begegnen. In den Naherholungsgebieten am Rand grösserer Siedlungen wird es nicht selten eng, wenn viele Spaziergänger und Velosportler unterwegs sind. Warum sollte da zusammenbleiben, was entflechtet werden könnte und so für alle mehr Sicherheit brächte?

Im Wald zwischen Josef Meyer Rail AG und der Rheinlust verlaufen Wander- und drei Velorouten auf dem Waldsträsschen. Von der Alten Saline bis zur Rylust, dort wo früher der Eisensteg über den Rhein führte, verengt sich die 'Begenungszone' auf stellenweise etwa 1,5 Meter. Da ist es unvermeidlich, dass man Spaziergänger mit oder ohne Kinderwagen, Rollstuhl oder Hunde mit Velofahrern manchmal auf Tuchfühlung nahe kommt. Mit dem Ziel, das in Zukunft zu vermeiden, schlug ich vor, Wander- und Velorouten zu entflechten.

 

Situation heute, blaue gestrichelte Linie:

Heute führen die Velorouten 2, 6 und 97 zwischen Josef Meyer Rail AG (in der Nähe der Saline) am nördlichen Rand des Wäberhölzlis zu den Siedlungen Alte Saline und Theodorshof und von dort über den abschüssigen und zum Teil schmalen Weg hinunter zur Rheinlust (Rylust). Konfliktträchtig eng wird es nur auf den letzten 300 Metern.

 

 

Situation nach der Entflechtung, rote Linie:

In meinem Vorschlag für eine Entflechtung und für mehr Sicherheit für alle werden die drei Velorouten von Josef Meyer Rail AG über die Waldstrasse (ehemals Ryburgerstrasse) zum Werkhof des Forstbetriebs, von dort auf dem Flossländeweg an der Rehaklinik vorbei hinunter zur Roberstenstrasse, wo die Routen auf deren heutigen Verlauf treffen.

Meine Anregung stiess von Anfang an auf Hindernisse: Wer ist überhaupt zuständig für den Verlauf von Wander- und Velorouten? Wer entscheidet schliesslich? Wie werden solche Entscheide getroffen?

Der erste Versuch bei der Gemeinde brachte immerhin die Empfehlung ein, es bei Schweiz Mobil zu versuchen. Schweiz Mobil ist eine Internetplattform, die neben Karten mit eingezeichneten Routen noch viele andere Anregungen für die verschiedensten Freizeitaktivitäten anbietet. Dort erklärte man sich nicht zuständig, leitete meine Anfrage jedoch freundlicherweise weiter an das Departement Bau, Verkehr, Umwelt des Kantons weiter.

Vom zuständigen Büro des BVU kam ziemlich schnell eine Absage im Stil 'Schreibtisch-Entscheid'. Das motivierte mich trotzdem, meinen Vorschlag eingehender zu begründen. Dabei verfolgte ich die Velorouten von Kaiseraugst rheinaufwärts bis Kaiserstuhl. Und siehe da: Die Route 2 (Rhein-Route) verläuft an manchen Stellen weitab vom Rhein durch den Kanton. Das BVU insistierte, es werde Wert darauf gelegt, dass die Rhein-Route möglichst nahe am Fluss vorbeiführe! Es brauchte beim BVU nochmals zwei Anläufe, bis man mich - back to square one - an die Gemeinde verwies.

Nach dieser Odyssee schickte ich die inzwischen umfangreich gewordene Sammlung von Dokumenten E-Mails mit einem neuen Gesuch um Verlegung der Velorouten an den Gemeinderat. Die Antwort wenige Tage danach: Die Anregung falle in die Zuständigkeit der Verkehrskommission, diese tage aber erst Mitte Dezember und mit einem Entscheid könne im Januar 2020 gerechnet werden.

Ein halbes Jahr wird dann seit dem Anfang vergangen sein. Vielleicht ist mir das Glück doch hold. Immerhin hat mein Vorschlag auf Umwegen zurück an den Anfang gefunden. So hoffe ich auf ein gutes Ende.

 

Beat Schärer, Rheinfelden

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