Neue Töne im Rathaus

Seit Anfang Jahr hat Rheinfelden eine City-Managerin. Am 10. April stellte man sie in der lokalen Presse vor. Der Gemeinderat zusammen mit Tourismus, Detaillisten und Gewerbe betrieben in Rheinfelden die Altstadtentwicklung im geschlossenen Kreis. Die Altstadtbewohner waren nicht zugelassen - so als ob es sie gar nicht gäbe. 

 

Solche Vorgehensweisen passen heutzutage grundsätzlich nicht mehr zu einer Stadt, die sich offiziell mit den Attributen "lebenswert" und "liebenswert" verkauft. Das Einbeziehen der direkt betroffenen Bevölkerung ist zwar nichts Neues, jedoch in Rheinfelden noch nicht überall angekommen. Darum war ich gespannt, ob die City-Managerin dafür einsteht, dass die Bewohner der Altstadt bei der Entwicklung ihres Quartiers erstmals eine Chance zur Mitwirkung bekommen.

Anfang Juli durfte ich mich fast eine Stunde lang mit Frau Sarina Pensa unterhalten. Besonders aufgefallen ist mir, dass sie zuhören kann, Fragen stellt und Ideen vortrug, die ich in den heiligen Hallen des Rathauses noch nie gehört habe. Das stimmt zuversichtlich und hoffnungsvoll. Gewiss, von der Idee bis zur Realisierung kann ein langer Weg sein. Wenn dieAnwohner nun tatsächlich die Gelegenheit hätten, sich an der Altstadtentwicklung zu beteiligen, wäre es sehr wünschenswert, wenn sich möglichst viele Betroffene aktiv einbringen - vor allem als Beweis dafür, dass Partizipation gute Ergebnisse hervorbringen kann. Allerdings ist es unerlässlich, Hemmschwellen für die Beteiligung zu beseitigen: Informelle Gespräche und Dialog anstatt bürokratische Abläufe. So würden sich bestimmt etliche Betroffene aktiv beteiligen.

Das würde auch besser zu einem modernen Gemeinwesen passen als eine Kabinettspolitik aus dem letzten Jahrhundert.

 

Beat Schärer, Rheinfelden

 

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