Neu, angenehm und sinnvoll

Der Geburtstag der Schweiz vor gut zwei Wochen fand ohne Feuerwerk statt. Diesmal nicht wegen Trockenheit, sondern wegen Corona. Eben noch machte man uns glauben, dass so etwas den Weltuntergang bedeuten könnte. Und was ist daraus geworden?

 

Alle, mit denen ich in den letzten zwei Wochen sprach, fanden das Ausbleiben der Knallerei und der dröhnenden Begleitmusik angenehm und litten in den Folgetagen nicht an Lärmentzug. Die Tourismusakteure beklagten sich auch nicht. Weniger Beizenbesucher? Auch da keine Negativmeldungen. Die Welt dreht sich seither wie eh und je. Das war auch nicht anders zu erwarten. Die Angstmacherei mit Image- und Umsatzverlust erweist sich als Fake.

Gleich geblieben ist die Profilierungsneurose einiger Zeitgenossen, die offenbar in ihrem Dasein wenig Wertschätzung oder Beachtung erfahren. Der 1. August gibt ihnen die Möglichkeit, wenigstens akustisch wahrgenommen zu werden. So wie die uncoolen Auto- und Töff-Fans mit ihren getunten Untersätzen, wenn sie durch Städte, Dörfer und über Land röhren und mit Wohlgenuss zig-tausend "Normale" ärgern.

Fazit: Weniger Lärm, weniger Luftverschmutzung, mehr Lebensqualität überwiegen den nicht feststellbaren Spassverlust. Für die Stadt ergibt sich die Chance, vielleicht als erste Gemeinde im Land das Althergebrachte durch etwas Neues zum ersetzen. Es geht nicht um die Abschaffung der Bundesfeier, sondern um eine neue, menschenverträglichere Art, diese zu begehen.

 

Beat Schärer (bs)

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