Epochale Chance?

So sieht der Gemeindeammann von Möhlin das Projekt Entwicklungsschwerpunkt Möhlin / Rheinfelden-Ost. Das sind grosse Worte. Als epochales Ereignis dürfte vor mehr als 500 Jahren die Entdeckung der Karibik als Entdeckung Indiens durch Columbus vermeldet worden sein. Ich beschränke mich hier auf die lokale Realität.

Mit dem neuen Raumplanungsgesetz soll die Zersiedlung des Landes gebremst werden. Entsprechend sind neue Wohn- und Entwicklungsgebiete dort vorzusehen, wo die dafür nötige Verkehrsinfrastruktur bereits besteht. Das Gebiet beim Bahnhof Möhlin ist von kantonaler Bedeutung.

Speziell und eine Herausforderung an die lokale Politik ist die Gemeindegrenze, die mitten durch das Entwicklungsgebiet verläuft. Es braucht hier also den Schritt von der Gemeinde- hin zur Regionalplanung. Der wird nicht einfach sein, bietet aber die Chance, wie eine neue Art von interkommunalen Beziehungen für die Zukunft gestaltet werden kann. Das wäre zwar nicht gerade ein epochales Ereignis, könnte aber immerhin als Musterbeispiel über die Gemeindegrenzen hinaus ausstrahlen.

Die Verlautbarungen aus den Gemeindehäusern sichern übereinstimmend zu, dass mit der Testplanung noch nichts festgelegt sei. Das kann man glauben oder hinterfragen. In Rheinfelden haben wir bei der Sanierung und Erweiterung der Engerfeldschule gesehen, was ein vorbehaltener Beschluss der Gemeindeversammlung wert ist.

In die Testplanung wird die Möglichkeit eines Fricktaler Gymnasiums einfliessen. Es lohnt sich, vor der Gemeindeversammlung diese Punkte zu bedenken:

  • Die Idee einer Mittelschule im Fricktal kam zustande, nachdem ein Mitglied der Basellandschaftlichen Regierung das von etwa 350 Fricktaler Schülern besuchte Gymnasium Muttenz schliessen wollte. Der Regierungsrat Baselland hat vom Plan der Regierungsrätin Abstand genommen, das Gymi Muttenz bleibt. Damit kann man sich fragen, welchen Sinn es macht, an einem Gymi Fricktal festzuhalten.
  • Als Standort für das vom Kanton geplante Gymi wurde Stein bestimmt. Mit dem Wohn-und Entwicklungsprojekt Möhlin / Rheinfelden-Ost bewerben sich nun zwei weitere Gemeinden um den Standort. Vor kurzem machte auch ein möglicher Standort in Frick von sich reden. Jetzt sind also vier Gemeinden im Rennen. Vorläufig gilt noch der vom Kanton früher bestimmte Standort Stein.
  • Da mit der Sanierung / Erweiterung der Engerfeldschule begonnen wurde, bevor der Kanton über den Standort der Berufsschulen entschieden hatte, liegt in Rheinfelden nun Raum für 400 bis 500 Schüler brach. Könnte dieser nicht für das Gymi Fricktal - wenn der Kanton daran festhalten will - genutzt werden? 
  • Die 'günstigste' Lösung wäre vermutlich die Fortsetzung des Status quo, d. h. die Fricktaler Mittelschüler gehen weiterhin nach Muttenz zur Schule. Oder der Kanton und die interessierten Gemeinden müssten sich zusammenraufen, um herauszufinden, welche Lösung aus heutiger Sicht die vernünftigste wäre - Stein, Möhlin, Frick, Engerfeld - wenn der Kanton unbedingt am Fricktaler Gymi festhalten will. 

bs

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